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Bunte Smarties und das Brummen in der Flasche

Ein Messerundgang für VIPs

Am Stand des Unternehmens Schenck landet Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch gleich einen Volltreffer. Mit der richtigen Menge Knetmasse an der richtigen Stelle müssen Besucher die Unwucht eines Reifens ausgleichen. Der OB trifft die Menge fast haargenau. »Gutes Augenmaß« scherzt er und erhält zur Belohnung Süßigkeiten und einen roten Gummiball. 

Darmstadts Stadtoberhaupt nimmt am VIP-Rundgang teil, den die hobit Messeleitung für Vertreter der Stadt, des Kreises, Politiker, Landtagsabgeordnete, Vertreter der Hochschulen und auch Wirtschafts-Experten am Nachmittag anbietet. Zehn aus insgesamt 125 Ständen hat hobit-Organisator Bernhard Meyer für den Rundgang ausgesucht, der repräsentativ für die 18. Hochschul- und Berufsmesse stehen sollen.

Zuvor hat er bei einem kleinen Empfang eine launige Rede auf das Geburtstagskind hobit gehalten, das sich von der Geburt über die Pubertät bis zur heutigen Volljährigkeit prächtig entwickelt habe. Mit über 20000 Besuchern rechnet die hobit-Leitung aktuell und rund tausend Likes auf Facebook, wo die Messe seit Ende 2013 ebenfalls vertreten ist.

Naturwissenschaft zum Anfassen

Die Stadt Darmstadt beteiligt sich seit Jahren als Mitveranstalter an der Messe. OB Jochen Partsch war schon mehrfach auf der hobit – nicht nur als Oberbürgermeister. »Das ist wirklich ein fantastisches Angebot, um junge Menschen und Unternehmen zusammenzubringen«, findet der Grünen-Politiker, der Soziologie und Politik an der Uni Göttingen studiert hat. Angesichts des Fachkräftemangels werde die hobit auch über die nächsten Jahre hinweg ein Anziehungspunkt bleiben, ist er sicher. Er selbst treffe immer wieder auf Studiengänge, von denen er zuvor noch nichts gehört habe. »Die hobit öffnet den Blick für neue Berufe«, betont er.

Etwa am Optotechnik-Stand der Hochschule Darmstadt, den die VIP-Gruppe als nächstes ansteuert. Dort haben Dozenten und Studenten eine kleine Apparatur gebaut, die wie ein Fließband funktioniert und Smarties transportiert. Eine Kamera filmt die bunten Schokodragees, registriert und sortiert sie nach Farben. Mittels Generator und Luftdüsen werden die blauen, gelben und rosafarbenen Drops vom Band gepustet und landen in kleinen Glasbehältern. Ein Verfahren zur Qualitätskontrolle, erklärt der Student, der gerade Dienst am Stand absolviert.
Dass auch mit einfachen Mitteln physikalische Vorgänge erklärt werden können, zeigen die Studenten und  Professoren am Stand des Physik-Fachbereiches der TU Darmstadt. Es reicht eine Flasche, deren Innenseite teilweise geschwärzt ist und ein leistungsstarker Halogenstrahler. Professor Lorenz von Smekal legt sein Ohr an die Öffnung und hält das Glas an die Lampe. »Hören Sie das?«, frage er Besucher und lässt sie selbst am Flaschenhals horchen. Und tatsächlich: ein leises Brummen ist zu vernehmen. Die Temperaturschwankungen erzeugen Schwingungen, erklärt er, und diese Schwingungen kann man hören.
Naturwissenschaft zum Anfassen – auch für VIPs.


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 29.01.2014

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