Elternmagazin

Die Idee hinter der Eltern–hobit

Die Frage nach der beruflichen Zukunft ihrer Kinder treibt Mütter und Väter um

Es ist eine Beobachtung, die immer mehr Hochschulen und Universitäten machen: Vor oder zu Beginn des neuen Semesters tauchen nicht nur die Erstsemester auf dem Campus auf, sondern immer öfter sind die jungen Studienanfänger dabei auch in Begleitung ihrer Eltern. Mütter oder Väter gehen mit zur Studienberatung oder zu Gesprächen mit den Dozenten. Und das liegt nicht nur daran, dass die Schulabgänger im Zuge von G8 immer jünger werden. »Wir haben viele Rückmeldungen von Eltern erhalten, die die Frage nach der Ausbildung ihrer Kinder umtreibt und die sich mehr Informationen wünschen, beispielsweise zu den neuen, ihnen meist noch unbekannten Studienabschlüssen Bachelor oder Master«, sagt Uli Knoth, Projektleiter der Bildungsmesse hobit.

Info-Podien und kompetente Gesprächspartner

Die hobit reagierte bereits 2014 auf dieses Bedürfnis der Mütter und Väter und bot erstmals auch eine Eltern-hobit an. An einem Abend hatten Eltern Gelegenheit sich an den Ständen von Hochschulen und Firmen zu informieren und zwei Podien zu besuchen. Die befassten sich mit den Themen: »Hochschule, Uni oder Dual – welcher Weg für wen ?« und »Bachelor & Master – welche Folgen hat Bologna ?« .

Die Eltern-hobit war erfolgreich. Mehr als 250 Mütter und Väter kamen. Daher ist sie seit 2014 bis heute fester Bestandteil des Programms.

Idee kam von Eltern   

Die Idee zur Eltern-hobit hatte die Projektleitung 2013 nach Gesprächen mit Eltern der jungen hobit-Besucher. »Bisher hatten wir immer mehr die Lehrer im Blick, die die Schüler auf die Messe vorbereiten oder begleiten sollen oder auch die Elternbeiräte der Schulen«, sagt Bernhard Meyer, der zehn Jahre lang die hobit betreute. Nun nimmt die hobit Mütter und Väter auch in den Fokus. »Sie finanzieren meist das Studium und möchten, dass es ein Erfolg wird. Eltern wollen verstehen, wovon ihre Kinder berichten. Sie wollen sie beraten und auch die Rahmenbedingungen einschätzen können«, so der Professor. Eltern wollen »kommunikationsfähig bleiben«.

Eltern haben einen anderen Blickwinkel

Eine der Ideengeberinnen für die Eltern-hobit war Bärbel Jung. Ihre beiden Töchter haben die hobit bereits besucht. Als Mutter weiß sie, dass die Suche nach dem künftigen beruflichen Weg nicht immer leicht fällt. »Es mag ja Jugendliche geben, die früh wissen, was sie wollen, aber das ist, glaube ich, die Ausnahme. Die meisten Schüler sind eher orientierungslos«, vermutet die Mühltalerin. Sie selbst habe als junge Schülerin auch nicht gleich gewusst, was sie werden wollte. Später hat sie dann an der Verwaltungsfachhochschule studiert und ist heute beim Regierungspräsidium beschäftigt. Sie versucht, ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen. Der Einfluss der Eltern auf die Kinder sei groß. »Beraten kann ich aber nur, wenn ich selbst weiß, was etwa Bachelor- oder Master-Abschlüsse sind.« 
Die Eltern-hobit hält sie für eine gute Ergänzung. Mütter und Väter verfügten über eine ganz andere Sichtweise und Lebenserfahrung. »Wir stellen an den Ständen oder bei den Gesprächspartnern andere Fragen, haben einen anderen Blickwinkel als Schüler oder unsere Kinder.« Das sei gut für den anschließenden Austausch mit ihren Töchtern, glaubt sie. Sie hält es für wichtig, dass Eltern sich informieren. »Wir kennen heute schließlich auch nicht mehr jeden Beruf.«

 


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 13.11.2015

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