Hinter den Kulissen

Ein Deeskalations–Training gehört dazu

Mathias Ihrig rekrutiert jedes Jahr freiwillige Helfer und Helferinnen für die hobit

Sie geben Auskunft, weisen den Weg, schauen, dass im dichten Treiben der Hochschul- und Bildungsmesse nichts schief läuft. Die vielen rührigen Helfer im gelben T-Shirt gehören zum alljährlichen Bild der hobit. Ohne sie geht nichts. Und ohne Mathias Ihrig von der Hochschule Darmstadt (h_da) auch nicht. Ihrig, zuständig für das Duale Studium an der h_da, akquiriert seit 2 Jahren die Ordner für die hobit. Zusammen mit Oliver Glindemann vom h_da-Kompetenz-Zentrum und dem Arbeitskreis der studentischen Studienberatung stellt er im Vorfeld der Messe das Helfer-Team zusammen.


Herr Ihrig, wie viele Helfer oder Helferinnen brauchen Sie jedes Jahr für die hobit?
Meist sind das so um die 20. Für die hobit 2015 werden wir jedoch ein paar mehr Helferinnern und Helfer benötigen, weil mit dem neuen Saal Ferrum (siehe Bericht dazu im hobit-Magazin) mehr Veranstaltungsfläche dazu gekommen ist. Daher wird auch der Strom der Besucher, die sogenannte Verkehrslenkung, bei der 19. hobit teilweise neu und anders ausfallen.
 

Welche Aufgaben haben die Helfer?
Wir brauchen jeweils Wächter pro Vortragssaal, an den neuralgischen Stellen im Kongresszentrum und Helfer, die darauf achten, dass das Einbahnstraßen-Prinzip eingehalten wird, da die Flure im darmstadtium sehr eng sind. Bei rund 20 000 Besucherinnen und Besuchern sollte übermäßiges Gedränge vermieden werden. Mit dieser Dynamik müssen die Helfer umgehen können.
 

Haben sie erfahrenes Stammpersonal darunter, die seit vielen Jahren schon helfen?
Wir haben viele Kontakte zu den Studierenden – zum Beispiel über Kompetenzzentrum plus und den Arbeitskreis studentische Studienberatung, der uns bei der Suche und Akquise nach hobit-Personal unterstützt. Unsere Helferinnen und Helfer sind Studierende und manche von ihnen arbeiten schon zum vierten oder fünften Mal auf der hobit. Mehr als die Hälfte der Ordner ist jedoch zum allerersten Mal dabei, manche haben aber bereits Erfahrung in der Gastronomie gesammelt oder sogar im Security-Bereich. Das ist für uns natürlich besonders günstig.
 

Wie bereiten Sie die Ordner vor – etwa auf Notfälle richtig reagieren zu können?
Auf der hobit ist es sehr voll und seit Mega-Konzerten oder auch dem Loveparade-Unglück in Duisburg wissen wir alle, was passieren kann, wenn Panik aufkommt und viele Menschen in eine Richtung drängen. Auf der hobit als Helfer zu arbeiten, ist also definitiv ein Fulltime-Job. Nebenher für Prüfungen zu lernen oder auf dem Handy zu spielen, geht nicht. Das machen wir den Bewerbern von Anfang an klar. Wir schicken die Helfer beispielsweise auch einen halben Tag lang auf ein Deeskalations-Training, um sie auf Notsituationen vorzubereiten.
 

Was lernen sie dort?
Sie lernen aufmerksam zu sein, genau hinzuschauen, wenn jemand beispielsweise aggressiv wird. Sie erfahren, wie man in einer solchen Situation reagiert, wie man sich auch für ein Eingreifen wappnet und organisiert. Nie sollte man sich etwa allein einer möglichen Konfrontation stellen, sondern immer schon andere Helfer informiert haben und dazu holen. Dieses Wissen kann auch außerhalb der Messe wichtig sein. Unsere Helfer lernen quasi fürs Leben. Für diese Schulung erhalten sie deshalb auch ein Zertifikat, das sicherlich im späteren Berufsleben nützlich sein kann.
 

Wer bietet dieses Deeskalations-Training an?
Anfangs haben wir die Schulung über die Polizei laufen lasse, aber jetzt bieten wir das Training in der Hochschule Darmstadt an. Wir haben eine Expertin für Bedrohungs-Management an der h_da, die für uns diese Schulung abhält.
 

Wie viele Bewerber haben Sie für die Helfer-Stellen und wie suchen Sie die Kandidatinnen oder Kandidaten aus?
Letztes Jahr hatten wir doppelt so viele Interessenten wie Stellen. Wir laden sie zu einem Gruppenbewerbungsgespräch ein, um die passenden Helfer zu finden.
 

Müssen die Studierenden Zeit an allen drei Messetagen haben?
Nein, das geht auch tageweise. Aber wir schließen Studierenden-Verträge mit ihnen ab und für uns und die Organisation ist es natürlich einfacher, wenn wir Helfer finden, die an allen hobit-Tagen arbeiten können.
 

Wie wird die Helfer-Arbeit vergütet?
Wie zahlen den üblichen Satz für studentische Hilfskräfte: 11 Euro die Stunde. Zu uns kommen Studierende der Hochschule und auch der TU Darmstadt. Die tägliche Arbeitszeit liegt bei acht Stunden.
 

Wann und wo können sich Interessenten als hobit-Helfer melden?
Wir suchen meist so ab Oktober neue Helfer. Das Deeskalations-Training ist dann im November oder Dezember. Melden können sich Bewerberinnen und Bewerber bei mir unter mathias.ihrig@h-da.de
 

Das Interview führte Astrid Ludwig


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 24.09.2014

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