hobitreport

Ferngesteuerte Autos und Werkzeug aus dem 3D–Drucker

Ein Rundgang über die hobit

Die Vielfalt ist jedes Jahr riesig: Vom ferngesteuerten Auto bis zur Armprothese bieten die Infostände auf der hobit die neuesten Trends und Studiengänge.

Der kleine blaue Wagen fährt noch etwas ungelenk über den Fußboden. Ein gelbes Rechteck markiert die imaginäre Parklücke, in die der kleine Roboter gesteuert werden soll. Programmiert haben das Spielzeugauto Studierende des Studiengangs „Interactive Media Design“ der Hochschule Darmstadt und ferngesteuert wird es über die Arm- und Körperbewegungen, die in diesem Fall gerade der Darmstädter Magistrat hinter dem kleinen Beamer-Gerät vollführt. Arm hoch – das Auto fährt vorwärts. In die Knie – das Auto legt den Rückwärtsgang ein. Ein Spaß, der Oberbürgermeister Jochen Partsch und seinem Bürgermeisterkollegen Rafael Reißer (CDU) gut gefällt.

Der Stand der Hochschule Darmstadt auf dem Medien Campus der hobit ist Teil des Rundgangs, den die Projektleitung der hobit jedes Jahr für die Ehrengäste der Messe anbietet. Der Infostand der Maschinenbauer der TU Darmstadt ist diesmal dabei, die sozialen Studiengänge der Evangelischen Hochschule Darmstadt und auch das Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik der TU. Die Optotechniker der Hochschule Darmstadt demonstrieren ein Gerät, das Handzeichen erkennen kann und somit auch einsetzbar ist für die Erkennung von Objekten etwa bei der Fließbandarbeit.

Täuschend echter Armersatz

Erstmals auf der Messe vertreten ist das Sanitätshaus Klein, ein mittelständischer Betrieb, der um Lehrlinge in der Orthopädietechnik wirbt. Der Fachkräftemangel hat die Branche voll erwischt, berichtet einer der Mitarbeiter. Das Sanitätshaus bildet jährlich drei Azubis aus. Sie lernen beispielsweise täuschend echte Prothesen herzustellen wie etwa einen Unterarm samt Hand, den hobit-Projektleiter Prof. Bernhard Meyer den Gästen des Rundgangs präsentiert. Die Prothese sieht so wirklichkeitsgetreu aus, dass die meisten sie nur sehr zögerlich berühren. Die elektrische Hand wird über Elektroden gesteuert, die auf den Muskeln des noch gesunden Armes befestigt werden.

Dass die Zukunft im 3-D-Drucker liegen könnte, demonstriert Günter Linner am Stand des Unternehmens Opel. Der Firmenvertreter präsentiert Autobauteile wie etwa Hand große Schrauben, die nicht mehr von Mensch oder Roboter gefertigt, sondern von einem Drucker ausgedruckt wurden, somit viel leichter sind und schneller hergestellt. „Druckt Opel demnächst den Saphira“ scherzt hobit-Projektleiter Meyer. Doch ganz so weit, ist die Autoindustrie dann doch nicht. Nicht gedruckt, aber aus Pappe sind die Häuser, die die Architekten der TU Darmstadt im Foyer des Darmstadtiums vorstellen. Instant Home heißt die Erfindung eines schnell ausklappbaren, vor Wasser- und Wind schützenden Hauses, das in Krisen- und Katastrophengebieten eine Möglichkeit der Unterkunft für notleidende Menschen sein könnte. Bauen mit Pappe, auch eine neue Entwicklung, die noch in den Anfängen steckt, aber durchaus schon vorzeigbare Ergebnisse hat.

Eigene Stärken entdecken

Vom Stand der Architekten ist es nicht weit zur Bundesagentur für Arbeit, die auf einem Schild 2560 offene Stellen in der Region anpreist. Direkt am Stand können individuelle Beratungsgespräche vereinbart werden, betont Birgit Förster, Direktorin der Agentur. Sie rät jungen Besuchern, „ihre Stärken und Fähigkeiten zu entdecken“ und notfalls auch zu überdenken. Förster selbst hat Biophysik studiert und auch länger als Biophysikerin gearbeitet. „Doch der Mensch hat mehrere Neigungen“, sagt sie und ist selbst ein gutes Beispiel dafür.


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 26.01.2016

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