hobitreport

Wir sind wie Google – nur krasser

Die hobit feiert 20. Geburtstag

Die hobit wird 20 und das musste gefeiert werden: Sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten startete am Dienstagmorgen die Festveranstaltung zum 20. Geburtstag der Messe. Im Raum Hobitium des Darmstadtiums spielten junge Musiker der städtischen Akademie für Tonkunst zum Empfang der geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

„Wenn es die hobit nicht gäbe, müsste sie erfunden werden“, sagte Prof. Bernhard Meyer, der zehn Jahre Projektleiter der Hochschul- und Berufsinformationstage (hobit) war. Die Festredner lobten allesamt die hobit als bedeutenden Beitrag zur Berufsorientierung junger Menschen. 1997 gestartet, habe sich die dreitägige Messe mit ihren heute rund 20 000 Besuchern pro Jahr zu einer der größten nichtkommerziellen Studien- und Ausbildungsmessen in Deutschland entwickelt, die weit über Darmstadt und das Rhein-Main-Gebiet bekannt sei, so Projektleiter Meyer.

In den Anfangszeiten der hobit habe das Internet noch nicht so eine Bedeutung gehabt wie heute. Die Schülerinnen und Schüler hätten ihre Informationen mühsam zusammentragen müssen. Die hobit bündele heute dagegen die Möglichkeiten, biete die Chance zum Vergleich und die sinnliche Erfahrung, direkt Kontakt aufnehmen zu können mit Studierenden, Vertretern der Hochschulen, der Studiengänge oder Wirtschaft. In Vorträgen und an den Infoständen könnten die jungen Besucher überprüfen, ob ihre Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen. Pro Stunde könnten 2380 Menschen in Vorträgen bei der hobit Platz nehmen und sich so auf ihre Zukunft vorbereiten, sagte Meyer. Die Messe entwickele sich dabei  jedes Jahr weiter und verändere sich: „Wir sind wie Google – nur krasser“, scherzte der Projektleiter.

Tolle Veranstaltung und ein Unikat

Manuel Lösel, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, zitierte Alexander von Humboldt: „Nie ist das menschliche Gemüt heiterer gestimmt, als wenn es seine rechte Tätigkeit gefunden hat.“ Die hobit leiste einen wichtigen Beitrag dazu, dass junge Menschen ihre „rechte Tätigkeit“ fänden, also den Beruf oder das Studium, das ihnen gefällt. Bei insgesamt 18 000 Studiengängen und 350 Ausbildungsberufen deutschlandweit sei die Möglichkeit der Orientierung enorm wichtig. Er selbst habe auf Lehramt studiert und sei in seinem Metier glücklich. Lösel bezeichnete die hobit als eine „tolle Veranstaltung“ und lobte, dass die Organisatoren auch eine Elternhobit anbieten, um Müttern und Vätern Orientierung zu geben.

Darmstadt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bezeichnete die hobit überschwänglich als ein Unikat unter den Hochschulmessen in Deutschland – ebenso wie die Wissenschafts- und Wirtschaftsstadt Darmstadt mit ihrer Vielfalt ein Unikat unter deutschen Hochschulstädten sei. Die Stadt sei unglaublich dynamisch und daran habe auch die hobit ihren Anteil. Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) betonte, wie wichtig es sei, dass junge Menschen beraten werden, sie aber auch ihrem eigenen Bauchgefühl, ihrer Intuition, folgen – „sonst wäre ich heute vielleicht Polizeipräsidentin“, scherzte Akdeniz in Anspielung auf frühere Berufsziele. Die hobit sei eine „Mitmach-Messe“, auf der junge Menschen begreifen, lernen, Impulse erhalten und etwas mitnehmen könnten.

Es lohnt sich. Träume zu haben

Johann-Dietrich Wörner, frühere Präsident der TU-Darmstadt und heute Direktor der Europäischen Weltraumagentur ESA berichtete von einem Berufswahltest im Internet, den seine jüngste Tochter einmal gemacht habe. „Danach wäre sie Heizungstechnikerin geworden“, erzählte er. Tatsächlich studierte sie heute an der Hochschule Darmstadt jedoch mit viel Freude Architektur. Sie und auch ihr Freunde hätten sich zuvor ausführlich auf der hobit informiert, vor allem bei den Vorträgen. Auch angesichts einer sich verändernden Gesellschaft lohne es sich noch immer „Träume zu haben“ und bei der Berufswahl nach Werten wie Freude, Zufriedenheit und Verantwortung zu streben, ermutigte Wörner. Der hobit komme dabei auch künftig eine große Bedeutung zu, wenn es darum gehe, die persönliche Entscheidung des Einzelnen zu stärken. Wörner: „Mach das, woran Du glaubst.“


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 26.01.2016

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