Nachgefragt

Besuche in der Klasse

Tanja Bender–Niemann von der Hochschule Darmstadt geht an die Schulen und bereitet Schülerinnen und Schüler auf die hobit vor

Tanja Bender-Niemann ist Mitarbeiterin des Student Service Center der Hochschule Darmstadt (h_da) und bereitet Schüler und Schülerinnen auf den Wechsel an eine Hochschule oder Universität vor. Kurz vor der hobit kommt die Studienberaterin auf Wunsch auch in die Schulen, um die Klassen auf den Besuch der Darmstädter Bildungsmesse einzustimmen. Ein einzigartiger Service, den die Hochschule initiiert hat.

Frau Bender-Niemann, wie genau sieht Ihre Arbeit aus?

Ich arbeite seit 2011 als Studienberaterin im Student Service Center der Hochschule Darmstadt und bin dort für die Kontakte zu den Schulen zuständig. Für die Vorbereitung der hobit in den Klassen bin ich bislang vor allem in Kontakt mit den Beruflichen Schulen in Groß-Gerau. Mit dieser Schule unterhalten wir eine spezielle Kooperation, das heißt, ich betreue dort sechs Klassen mit je rund 20 Schülern.
 

Sie gehen direkt in die Klassen? 

Ja, im Vorfeld der Messe gehe ich in die Klassen und spreche mit den Schülerinnen und Schüler darüber, was sie auf der hobit erwartet und wie sie sich am besten und effektivsten auf den Besuch vorbereiten können. Im Dezember biete ich zunächst bei meinen Klassenbesuchen eine allgemeine Studienorientierung an. Welche Möglichkeiten gibt es, welche Studienangebote. Wie sehen die Unterschiede zwischen Universität, Hochschule, Dualem Studium oder auch Lehre aus? Die Schülerinnen und Schüler sollen anfangen, sich Gedanken zu machen. Im Januar dann folgt die konkrete Vorbereitung auf die hobit. Ich gebe Tipps, wie ein Besuch der Messe am besten aufgebaut sein sollte. Übrigens haben auch Lehrer Fragen. Das ist wichtig, denn sie sollten und müssen ihr Wissen ja auch auffrischen.
 

Gilt dieser hobit-Service nur für die Beruflichen Schulen Groß-Gerau oder gehen Sie auch in andere Klassen?

Bislang läuft die hobit-Vorbereitung nur in Groß-Gerau, aber wir würden auch andere Schulen aufsuchen, wenn das gewünscht wird und die Schulen an das  Student Service Center der Hochschule Darmstadt herantreten.
 

Übernehmen Sie allein diese Aufgabe?

Derzeit überarbeiten wir unser Konzept der Schulpatenschaften. Die Idee ist, dass Studierende der Hochschule Darmstadt als Botschafter ihre ehemaligen Schulen, aber auch weitere Klassen betreuen können. Wir überlegen gerade, wie die Studierenden und mit welchen Aufgaben sie  als Paten eingebunden werden könnten, um das Angebot auszubauen.
 

Was genau raten Sie nun Schülerinnen und Schülern bei Ihren Klassenbesuchen vor der hobit? Wie sollten sie sich vorbereiten?

Ich rate zu einer systematischen Vorbereitung. Die Schüler und Schülerinnen sollten nicht nur einfach Flyer einsammeln, sondern sich an den Ständen von den Fachleuten Informationen aus erster Hand holen. Auch die Vorträge sollten sie im Vorfeld studieren und sich mit den Themen genau befassen. Stimmen Erwartung und Realität überein? Vieles klingt spannend, aber vielleicht sind die Schüler enttäuscht, weil ihre Vorstellungen doch anders waren. Ich empfehle immer, auch ungewöhnliche Vorträge auszusuchen, um mal jenseits des eigenen Horizontes zu schauen. Auf jeden Fall sollten sie sich einen konkreten Stundenplan zusammenstellen. Und auch Zeit einplanen, das alles zu verdauen. Die Schülerinnen und Schüler sollten ihren Besuch nicht zu sehr überladen – das ist ganz wichtig.
 

Infos und Kontakt: Tanja Bender-Niemann, Student Service Center der Hochschule Darmstadt, Schöfferstraße 3, Darmstadt, Telefon: 06151 / 168510, info@h-da.de
 

Das Interview führte Astrid Ludwig


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 02.12.2014

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