Nachgefragt

Ein Feedback–Bogen für die Schüler

Lehrerin Erika Bohlen berichtet, wie sie ihre Schüler auf die hobit vorbereitet

„Seit 1982 unterrichte ich an den Beruflichen Schulen Groß-Gerau, derzeit zwei Klassen 11 der Schulform Fachoberschule im Fach Deutsch. Insgesamt 333 Fachoberschüler werden bei uns im aktuellen Schuljahr 2013/2014 in den Schwerpunkten Wirtschaft und Verwaltung, Wirtschaftsinformatik sowie in der Schwerpunktkombination Elektrotechnik/Informatik und ab dem kommenden Schuljahr 2014/2015 auch im Schwerpunkt Umwelttechnik ausgebildet.

Seit vier Jahren sind die Information über die Hochschul- und Berufsinformationstage und auch der Besuch der hobit in unserem Schulprogramm verankert. Das heißt unter anderem, dass für die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 zwei Vorbereitungsveranstaltungen angeboten werden, die die Beruflichen Schulen gemeinsam mit dem Student Service Center der Hochschule Darmstadt organisieren. Mitarbeiter der Hochschule besuchen im Dezember eines jeden Jahres alle elften Klassen der Fachoberschule, um Fragen zur Studien- und Berufswahl zu beantworten. Gleich im Anschluss im Januar informieren Mitarbeiter des Student Service Center im Rahmen eines zweiten Besuchs gezielt über die anstehende hobit. 

Schön finde ich, dass diese Fragerunden im Klassenverband stattfinden. Dort herrscht eine vertrautere Atmosphäre als beispielsweise in einer Schulaula. Damit die Schüler sich gedanklich auf das Gespräch mit den Experten der Hochschule einstellen können, bereiten wir sie vorab im Unterricht vor. Hier findet eine erste Annäherung an das Thema Studien- und Berufswahlorientierung statt. Die Schüler überlegen sich Fragen, die sie den Experten des Student Service Center stellen könnten. 

Unsere Schüler und Schülerinnen werden für den Besuch der hobit vom Unterricht freigestellt und auch die Betriebe, in denen sie  tageweise ihr einjähriges gelenktes Praktikum absolvieren, geben ihren Praktikanten Zeit für die Messe. Die Schüler legen ihre Besuchstermine individualisiert fest und dokumentieren diese in ihrem eigenen Veranstaltungsplan my hobit. Bei der Planung unterstützt das Student Service Center der Hochschule. Dem Praktikumsbetrieb legen sie ihren my hobit Plan mit den Vorträgen und Infoständen, die sie besuchen möchten, zwecks Freistellung vor. Alle Praktikumsbetriebe wurden vorab informiert und unterstützen das Vorhaben ihrer Praktikanten. 

Von uns Lehrern erhalten die Schüler einen Feedbackbogen, auf dem sie festhalten, welche Veranstaltungen der hobit sie besucht und welche Erkenntnisse sie hieraus gewonnen haben, welche ihrer Fragen beantwortet wurden oder aber noch offen sind. Anschließend werten wir die Bögen aus und geben sie wenn gewünscht an das Student Service Center der h_da weiter. Bei Bedarf bietet die Hochschule den Klassen eine Nachbereitung der hobit an, um alle noch offenen Fragen zu klären. 

Unsere Schüler fühlen sich auf diese Weise gezielt und sehr gut vorbereitet, das weiß ich aus den vielen Gesprächen mit ihnen. Die meisten sind überrascht, dass sich die Mitarbeiter der h_da und auch die Gesprächspartner auf der hobit so viel Zeit für sie nehmen. Sie sind sehr zufrieden über die ersten Kontakte, die sie so zu Unternehmen, Hochschulen und Universitäten knüpfen konnten.

Die einzige Kritik, die wir als Lehrer immer wieder hören, ist, dass die Orientierung im Kongresszentrum darmstadtium schwer fällt und man sich wegen des großen Andrangs nicht alle gewünschten Vorträge anhören konnte. 

Ich selbst habe die hobit auch besucht, um mir persönlich einen Eindruck zu verschaffen und auch um die Atmosphäre auf den Hochschul- und Berufsinformationstagen kennenzulernen. Mein Fazit: Aus diesem Riesenangebot an Vorträgen und Infoständen sollte man sehr zielstrebig auswählen. 

Seit zwei Jahren bieten die Beruflichen Schulen Groß-Gerau in Zusammenarbeit dem Student Service Center an ihrem jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür im Februar eine Studienberatung für ihre Oberstufenschüler an. Die Schule und wir als Lehrer haben festgestellt, dass die Unkenntnis und Unsicherheit etwa über die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse doch noch sehr groß ist. Wir möchten deshalb erste Orientierungshilfen geben.“
 

Aufgezeichnet von Astrid Ludwig


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 23.12.2013

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