Nachgefragt

Erfahrungsbericht eines Lehrers

»Die hobit ist ein Baustein im Studien– und Berufswahlkonzept der Schule«

Rudolf Bersch, Lehrer am beruflichen Gymnasium der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule in Darmstadt, plädiert für eine gute Vor- und Nachbereitung im Unterricht

 

Ich bin Lehrer für Elektrotechnik und unterrichte seit 1981 an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule. Die hobit ist ein wichtiger Baustein im Studien- und Berufswahl-konzept unseres beruflichen Gymnasiums. Der Besuch der Bildungsmesse ist seit Jahren für Schüler/innen der 12. Jahrgangsstufe (Q1/Q2) systematisiert und Pflicht.
Drei Tage lang werden sie dafür vom Unterricht freigestellt. Jeder Schüler, jede Schülerin muss mindestens drei Protokolle über Vorträge schreiben, die er/sie bei der hobit besucht haben. Diese Protokolle werden im Unterricht vorgetragen und benotet. Auch im Anschluss an die Messe sollen möglichst viele Schüler/innen von möglichst vielen Informationen profitieren.

Zustimmung unter Lehrern und Schülern groß

Wir sind ein berufliches Gymnasium, ein Leistungsfach in der Oberstufe ist mit 8 bis 9 Wochenstunden berufsorientiert – in der Fachrichtung Wirtschaft, Elektrotechnik, Datenverarbeitungstechnik oder Ernährung. Rund 400 Jugendliche besuchen unsere Oberstufe (E1 bis Q4; Einführungs- und Qualifikationsphase). Für das erste Jahr der Qualifikationsphase (Q1/Q2) ist die hobit, finde ich, entscheidend. Die Messe ist seit Jahren die beste Möglichkeit der Berufsorientierung und bringt den Schülern absolut etwas. Drei Tage lang können sie sich intensiv informieren. An einem Ort wird alles für sie zusammengeholt, statt dass sie mühsam selbst Hochschulen oder Unternehmen abklappern müssen. Das ist wirklich super, und die Zustimmung unter Lehrern und Schülern der Merck-Schule für die hobit ist sehr groß.
Das ist ein ganz großer Gewinn für die Region.

Viele anschließend für ein Studium entschieden

Viele meiner früheren Schüler haben sich anschließend für ein Studium der Elektrotechnik oder andere technische Studiengänge an der TU Darmstadt oder an der Hochschule Darmstadt entschieden. Wenn ich weiß, an den Messeständen stehen ehemalige Absolventen von mir, schicke ich meine Schüler ganz gezielt zu ihnen oder ich empfehle ihnen auch bestimmte Veranstaltungen oder Vorträge. Meistens sind unsere Schüler/innen begeistert von dem, was ihnen geboten wird. Klar, mal ist ein Vortrag nicht so gut oder eine Veranstaltung nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben, aber meistens werden die Fragen, die sie haben, beantwortet. Am Ende der Berufsorientierung sollen die Schüler eine Entscheidung treffen können. Und die hobit ist da eine wichtige Hilfe.

hobit in den Unterricht einbauen

Entscheidend ist, die Jugendlichen nicht einfach nur drei Tage lang auf die Messe zu »jagen«. Die Schüler/innen müssen begleitet werden, die Themen der hobit in den Unterricht eingebaut werden. Sie müssen mit dem nötigen Ernst da ran gehen. Seit G8 sind die Schüler/innen jünger, gerade sie müssen ganz besonders unterstützt werden. Wir wollen unsere Schüler/innen dazu bringen, sich vorzubereiten und drei Themen ganz gezielt auszusuchen. Eine Art Fokussierung. Morgens einfach hingehen und nur mal schauen, ist nicht sinnvoll.

 

Aufgezeichnet von Astrid Ludwig

 


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Autor: Administrator
Datum: 25.10.2013

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