Twist. Ungewöhnliche Biografien

Unbedingt selbstbestimmt

Die Brüder Dirk und Sascha Hottes starteten in der IT–Branche durch, obwohl die persönlichen Startbedingungen nicht immer gut waren

Dirk und Sascha Hottes gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Kein Wunder, sie sind eineiige Zwillinge, das heißt, eigentlich sind sie Drillinge. Da ist noch ihre Schwester Sandra. Zu Schulzeiten waren sich die Brüder so zum Verwechseln ähnlich, dass der eine schon mal die Prüfung für den anderen schrieb, grinst der 36jährige Dirk. Heute kann er das ja sagen, er ist erfolgreicher Unternehmer und was in der Schule war, liegt lange zurück. Dass die Brüder mal mit „Netzwelt“ eines der größten Online-Magazine für Consumer-Elektronic in Deutschland gründen würden, das hätten ihnen sicher viele damals nicht zugetraut. Heute beschäftigen sie über 20 Mitarbeiter und gehören mit acht Millionen Besuchern im Monat zu den größten Online-Angeboten in Deutschland.

Keine leichte Kindheit

1979 kamen die Drillinge in Darmstadt zur Welt, wuchsen im Martinsviertel auf. Ihre Mutter war erst 19, alleinerziehend, der Vater Alkoholiker, die Eltern trennten sich früh. „Da gilt man schnell als asozial“, sagt Dirk Hottes heute ganz locker, damals als Kind hat ihn das sicherlich geschmerzt. Die Mutter heiratete wieder, die Drillinge bekamen noch eine Schwester, die Situation blieb schwierig. „Wir hatten keine leichte Kindheit“, sagt er. Vermutlich stärkte das den Willen, raus zu kommen, den Drang nach Selbstbestimmung. „Wir hatten sehr gute Lehrer und Menschen in der Lern- und Spielstube im Martinsviertel, die geholfen haben, die richtigen Weichen in unserem Leben zu stellen“, sagt der 36jährige im Rückblick.
Beide Brüder schlossen die Realschule mit guten Noten ab, absolvierten danach das Fachabitur an der Martin-Behaim-Schule in Darmstadt. Sascha machte eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten, studierte anschließend einige Semester Internationale Betriebswirtschaft in Worms. Dirk begann ein Informatikstudium an der Fachhochschule Darmstadt, wie die Hochschule damals noch hieß. Doch er merkte genauso schnell, dass Studieren nichts für ihn war.

Die eigene Firma schon mit 16

Schon mit 16 hatten er und sein Bruder eine eigene Firma gegründet. Während der Goldgräberjahre der EDV und IT-Branche Ende der 90er Jahre halfen und berieten sie Firmen und Banken bei der ersten Einrichtung von Computerprogrammen. „Eigentlich“, erinnert sich Dirk, „wollte ich als Junge immer Chemielaborant bei Merck werden. Das war mein Traum.“ Doch es kam anders.
Heute leben und arbeiten er und sein Bruder in Hamburg. 2002 gründet sie das Onlinemagazin „Netzwelt“, das Testberichte veröffentlicht und Ratgeber ist für Smartphones, PCs, Laptops, Software und Elektronik. Gerade erst sind sie zurück von einer Messe in Las Vegas in den USA.


Sie sind ihr eigener Herr, waren nie festangestellt und auch ohne Studienabschluss erfolgreich. Wie das genau geht und was es dafür braucht, erzählen die Brüder Hottes bei der hobit-Veranstaltung TWIST, Mittwoch, 27. Januar, 17-18 Uhr, Raum Ferrum. Da müsst ihr unbedingt dabei sein.

 

Das komplette TWIST-Programm gibt es hier ->


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Autor: Astrid Ludwig
Datum: 05.11.2015

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