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Das Labor kommt in der Kiste nach Hause

Wenn Markus Prechtl seine digitalen Vorlesungen hält, dann sprühen schon mal die Funken und der Bunsenbrenner faucht. Der Didaktik-Professor der TU Darmstadt hat ein paar Tipps, wie es im digitalen Semester persönlich und motiviert zugehen kann.

Chillen per Video 

Kontakt zu halten, seinen Lehramtsstudierenden eine etwas andere Atmosphäre zu bieten, ist Markus Prechtl wichtig. Er ist Professor für Fachdidaktik im Fachbereich Chemie der TU Darmstadt. Bei den Zoom-Abenden zweimal im Semester geht es daher locker zu. Wer will, klickt sich einfach rein. Studenten oder Studentinnen können hier virtuell einen Plausch halten, gemeinsam chillen und sich entspannen. Auch zu Weihnachten hat er sich etwas einfallen lassen. Ein bisschen an den Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle“ erinnert die Vorlesung, die Prechtl mit befreundeten Kollegen*innen der Uni Lüneburg, Siegen, Graz und Wien gehalten hat. Bei dem Zoom-Treffen ging es um die „Chemie der Kerze“. Prechtl referierte über Ruß – mit Hut, Flambier-Brenner und reichlich Funkensprühen in seiner mit einer Lichterkette dekorierten Wohnung.

Ein bisschen albern ist erlaubt

Die Weihnachtsvorlesung war auf YouTube zu sehen. Film und Live-Chat verfolgten plötzlich über tausend Follower mit viel Lob, aber auch Albernheiten, freut sich der TU-Professor. „Ein bisschen Witz soll schließlich auch dabei sein“, betont er. Funktioniert das in der experimentierfreudigen Chemie besser als in anderen Fachbereichen? Der Didaktiker ist überzeugt, dass sich „jedes Fach digital anschaulich und spannend gestalten lässt.“ Die Digitalisierung ist für Markus Prechtl nicht neu. Schon vor der Pandemie waren digitale Medien in seinem Fachbereich Teil der Ausbildung. Wie bringe ich Inhalte digital rüber, wie arbeite ich damit im Labor? Fragen, mit denen sich seine Lehramtsstudierenden, die später mal in der Schule unterrichten wollen, seit langem befassen. Dennoch kennt Prechtl auch die Grenzen. Bei praktischen Experimenten im Labor etwa: „Mit der Nase davorsitzen, Stress fühlen, wenn es schnell gehen muss, das kommt im Video nicht so rüber. Und es riecht nichts“, scherzt er. Gerade das ist in der Chemie aber auch wichtig.

Ein Spiel vor jeder Vorlesung

Vorlesungen und Seminare per Zoom versucht er praxisnah und lebhaft zu gestalten. „Ich unterrichte nicht nur ein Fach, sondern Menschen und die will ich jeden Tag motivieren.“ Seine Studierenden fordert er auf, die Kamera einzuschalten. „Es ist eine Form von Höflichkeit, dass man sein Gegenüber sieht.“ Sein Homeoffice hat der Wissenschaftler so gestaltet, dass es Einblicke erlaubt. „Wir schauen uns gegenseitig in die Wohnung. Das hebt die Hierarchie auf“, findet er. Jede Lehrveranstaltung startet Prechtl mit einem „Warm up“, etwa in Form kurzer Spiele. „Die sorgen für eine positive Atmosphäre, die meist eineinhalb Stunden hält.“ So sollen seine Studierenden etwa die Kamera mit der Hand bedecken und nur diejenigen den Blick freigeben, die seine Frage mit Ja beantworten. „Auf diese Weise muss man sich nicht melden, die Hürde ist geringer.“ Bei einem anderen Spiel sind alle Namen in einen Zufallsgenerator eingegeben, der sich wie ein Glücksrad dreht. Wer ausgewählt wird, darf auf Fragen der Kommilitonen*innen antworten.

Persönlicher mit Foto

Kleine persönliche Eindrücke entspannen die Lernatmosphäre. Der Professor bittet seine Studierenden, Fotos als virtuellen Hintergrund zu wählen, die ihnen wichtig sind. Bilder von ihren Hobbys, von Ereignissen oder Orten. Er selbst hat mal ein Bild von einem Experiment eingestellt, bei dem er funkensprühende Eisenwolle schwenkt. Andere haben sich beim Lieblingssport präsentiert. „Damit kommt man sich näher.“ Das sind kleine Brücken, um auch per Videokonferenz eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ zu ermöglichen.

Rituale am Ende und am Anfang

Jeweils am Anfang und Ende lädt er zu solchen Ritualen ein. „Gäste begrüßt man ja auch an der Tür und verabschiedet sie wieder.“ Ein solches Szenario ist die Blitzlicht-Methode. Momentaufnahmen der Veranstaltung oder des Tages, die den Studierenden im Gedächtnis geblieben sind. Prechtl stellt meist eine Abschlussfrage: Was war thematisch für Sie heute neu? Was emotional berührend, welches Bild sehen Sie, wenn Sie die Augen schließen? Die Antworten der Studierenden setzen für ihn so eine Art „Klammer“ um die Vorlesung. Seine didaktischen Kniffe kommen bei den Studierenden gut an. „Sie sehen das als Wertschätzung und gleichzeitig als Methoden, die sie selbst im Unterricht später anwenden können.“

Das Labor kommt in der Kiste

In einem Semester lautete das Forschungsthema Kosmetik-Chemie. Prechtl und eine Kollegin hatten dazu an ihre Studierenden Materialkisten herausgegeben. Darin fanden sich Öle, Emulgatoren, Duftstoffe oder Pflegemittel, aus denen sie nach Anleitung Bioseife, Cremes, Lippenstift oder Duschgel herstellen sollten. Der Professor hat in so eine Materialkisten aber auch schon mal Messtechnik gepackt und seine Studierenden auf Solo-Exkursion an einen Bach im Wald geschickt. „Ein bisschen wie Hobbythek“, schmunzelt er. „Wir müssen kreativ sein.“ Schließlich können noch nicht alle wieder ins Labor. „Und mit diesen Kisten kommt das Labor eben nach Hause.“ Wobei: Abholen müssen die Studierenden die Boxen vorher selbst beim Fachbereich.

Anregungen und Infos unter: https://www.youtube.com/watch?v=2kwh2MAtOfc&feature=youtu.be; https://www.workshop-spiele.de/category/online-warm-ups/

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