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Viele Studierende sind permanent online

Wie verändern Corona und der digitale Alltag die Gefühlswelt von Studierenden? Das untersucht die Darmstädter Emotionsforscherin Prof. Katrin Döveling. Sie hat gute Tipps gegen Überforderung, Einsamkeit und digitalen Overload parat.

Wenn Charlie auf dem Bildschirm auftaucht, regnet es Emojis. Die gelten nicht Katrin Döveling, sondern ihrem Mischlingshund, der am Ende ihrer Vorlesung mal kurz in die Kamera guckt und schnüffelt. „Er kriegt Herzchen, ich die Daumen-hoch-Zeichen“, lacht die Professorin für Kommunikationswissenschaften und Medienkommunikation an der Hochschule Darmstadt. Eine bewusste Auflockerung, mit der sie Nähe schaffen und bei ihren Studenten für den emotionalen Ausgleich sorgen will, den viele vermissen seit Studium und Alltag fast nur noch online stattfinden. Charlie eignet sich dafür perfekt.

Lady Di war der Anfang

Katrin Döveling ist Emotionsforscherin. Schon seit ihrem Studium der Soziologie, Psychologie und Kommunikationswissenschaften interessierte sie sich auch für die Gefühlswelt und die Emotionen, die dahinterstehen. Wie und warum entwickeln Menschen Gefühle, wie zeigen sie sie und wodurch werden diese beeinflusst? Ein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Wirkung digitaler Medien auf unsere Emotionen. Einer der Auslöser für das Interesse - lange vor Internet, Facebook oder Instagram - war in den 1990ern der Tod von Lady Di. Dabei erlebte sie, wie Medien Gefühle so kanalisierten, dass Millionen um eine Frau trauerten, die sie persönlich gar nicht kannten.

Fragebögen und Interviews

Seit die Pandemie das Leben und Arbeiten fest im Griff hält, erfährt Dövelings Forschung zusätzliche Aktualität. Wie verändert das erzwungene Abstandhalten unsere Emotionen? Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf Gefühlswelt und Work-Life-Balance von Studierenden? „Wir sind soziale Wesen und auf Kontakte angewiesen“, sagt sie. Mit Hilfe anonymisierter Fragebögen und Interviews mit deutschen und internationalen Studierenden untersucht sie die soziale Komponente von Emotionen.

Das Entspannen mit Freunden fällt aus

Danach leiden viele unter Einsamkeit, Überforderung, finanziellen Existenzängsten, Schlaflosigkeit, aber auch Langeweile. Studium, Alltag und Freizeit haben sich fast komplett in den digitalen Raum verlagert, viele Studierenden sind permanent online. „Der digitale Overload stresst“, so Döveling. Im Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Studium und Privatleben. „Viele Studierende fühlen sich nicht mehr wirklich in der Lage, einen Ausgleich zu schaffen.“ Das Entspannen mit Freunden fällt aus. „Über Zoom auf ein Bier anzustoßen, ist nicht das Gleiche“, weiß sie.

Viele Studierende suchen das Gespräch mit ihr

Im direkten Gespräch fragen Studierende sie oft, „ob sie mal mit mir reden können. Das finde ich sehr berührend“. Häufig geht es dann um Einsamkeit, Unsicherheit oder Ängste. Gefühle, die gerade auch internationale Studierende erleben, die nicht zu ihren Familien können. In ihren Lehrveranstaltungen bemüht sich die Emotionsforscherin um eine „angenehme Atmosphäre“. Sie versucht, den fehlenden emotionalen Ausgleich zu geben. „In einer gemeinsamen Pause etwa hat ein Student Musik gespielt und alle haben mitgegroovt.“ Nähe in der Distanz, nennt sie das.

Man spricht auch mal über die Frisur

Das digitale Semester verändert das Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten. Oftmals wird ein Blick in die Privatsphäre gewährt. „Die Studierenden sehen mich in meinem Büro daheim, Charlie schaut in die Kamera, bei anderen läuft vielleicht die Katze durchs Bild.“ Man sprich auch mal über die Frisur, das Abendessen. Das kommt gut an. Viele geben ein positives Feedback, gerade weil ihre Lehrveranstaltungen etwas emotionaler ablaufen. Zu Weihnachten erhielt sie eine handgeschriebene Karte von zwei Studierenden, die sich bei ihr bedankten. „Das hat mich sehr berührt und es tut gut. Ich bemühe mich in allem, das Menschliche nicht aus dem Blick zu verlieren, gerade in diesen Zeiten“, sagt sie.

Augenkontakt fehlt

Döveling hat die Erfahrung gemacht, dass Studierende häufiger ihre Kameras anschalten. Zu Beginn der digitalen Semester sah sie bei Videokonferenzen noch vermehrt auf schwarze Kacheln statt in Gesichter. Nach Monaten der Pandemie „will man sich jetzt jedoch sehen“. Es fehlt jedoch der direkte Augenkontakt. „Körpersprache, Mimik und Gestik sind bei der Vielzahl kleiner Bilder auf dem PC-Schirm kaum zu sehen und zu dechiffrieren.“

Digital Detox

Mit ihren Studenten diskutiert sie, wie sich Stress, Einsamkeit oder Überforderung begegnen lassen. Die Forscherin spricht von „Emotionsregulierung“. Das Bemühen, die Aufmerksam auf andere, positive Aspekte zu lenken, neue Prioritäten zu setzen. Ihre Studenten berichten, dass sie sich vermehrt „auf Dinge fokussieren, die vormals selbstverständlich und alltäglich waren“. Wie ein Spaziergang in der Natur, Musik oder selbstgekochtes Essen. Digital Detox lautet ein Ratschlag, den Döveling gibt. Abschalten im Wortsinn, das Handy weglegen, obwohl es derzeit ein Tor zur Welt ist und viele in Pandemiezeiten unter der „Fear of missing out“, der Angst leiden, etwas zu verpassen. Sie selbst versucht, abends keine Emails mehr zu lesen. Die Coronakrise, findet die Emotionsforscherin, hat aber auch Positives bewirkt. Sie habe nicht nur viel Kreativität im digitalen Unterricht freigesetzt. „Viele Studierende merken jetzt, was im Leben wichtig ist.“

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