Betreut durch Lateinamerika

Das Startup „Wanderworld Travel“ bietet Jugendlichen Unterstützung, die nach dem Abitur nach Lateinamerika reisen, die Sprache lernen oder dort ein Praktikum machen wollen.

Work and Travel in Australien? „Da reisen alle hin“, sagt Sophia Fink. „Dabei unterscheidet sich Australiens Kultur nicht so groß von der unsrigen“, findet sie. Sie selbst zog es nach dem Studium nach Lateinamerika. Das fand sie exotischer. Sechs Monate reiste und jobbte sie auf eigene Faust herum und stellte fest: „Es gibt niemanden, der einem bei der Organisation hilft“. Das brachte sie auf eine Idee. Warum nicht einen Dienst anbieten, der Jugendlichen nach dem Abi bei den Reisevorbereitungen und dann vor Ort im Land beisteht? Eigentlich hat die Seeheimerin Sophia Fink Jura studiert. 2017 gründet sie jedoch ihr Startup-Unternehmen „Wanderworld Travel“ und spezialisierte sich auf Lateinamerika.

Selbst auf der hobit gewesen

Auf der hobit hat die Jungunternehmerin einen Stand. Plastikpalmen stehen dort, Fotos von Guatemala, Mexiko oder auch Peru. „Nach der Schule ins Paradies“ steht auf einem Holzschild. Sie scheint mit ihrem Angebot einen Nerv zu treffen. Ihr Stand ist umringt.

Die hobit kennt Sophia Fink gut. Während ihrer Schulzeit war sie selbst drei Mal hintereinander auf der Messe. „Ich wollte unbedingt das Richtige studieren“, sagt sie. Sie entschied sich für Jura, studierte in Bayreuth und Münster bis zum Ersten Staatsexamen. Dann reiste sie nach Lateinamerika. Ihr Schlüsselerlebnis.

Vollständige Betreuung

Mexiko, Guatemala, Peru und Kolumbien, demnächst auch Costa Rica sind die Länder, die Fink im Programm hat. Vor allem Kolumbien hatte lange Zeit ein schlechtes Image und galt wegen seiner Drogenkriminalität als gefährlich. „Das ist heute anders, es herrscht eine aufstrebende Stimmung im Land“, sagt Sophia Fink, die selbst vier Mal im Jahr durch Lateinamerika reist.

Wer eines dieser Länder nach dem Abi besuchen will, dem bietet ihr Startup eine Rundum-Betreuung. „Von der Packliste für den Koffer, Sicherheitsinstruktionen, Vorbereitungs-Seminaren bis hin zu Ansprechpartnern oder Sprachkursen im Land selbst“, berichtet sie. „Man muss sich um nichts mehr kümmern.“ Ihr Team besteht aus vier Mitarbeitern in Deutschland und vier in Lateinamerika. Sie vermitteln auch Praktika in Unternehmen oder Organisationen. „Wir haben ein großes Netzwerk aufgebaut.“ Über Kontaktpersonen und per Whatsapp sind sie jederzeit für Fragen oder bei Problemen erreichbar, sagt Fink. Etwa wenn es um den Busfahrplan geht, um ein Hostel in der Nähe oder ein Sozialprojekt, bei dem sich mitarbeiten lässt. „Das ist das Gute an der Digitalisierung.“

Land und Leute kennenlernen

Rund 50 Jugendliche sind bisher mit ihrem Startup über den Ozean gereist. „Die meisten bleiben sechs bis acht Monate und bereisen im Schnitt zwei Länder, so Finks Erfahrung. Die Hilfe der ehemaligen hobit-Besucherin hat seinen Preis: 850 Euro kostet das Betreuungspaket. „Dafür muss man aber auch nichts mehr selbst organisieren.“ Sophia Fink legt Wert darauf, dass ihre Reisenden Land und Leute kennenlernen. „Unsere Kontaktleute nehmen sie mit in die Familien, zeigen ihnen die Stadt.“ Integration sei ihr wichtig, sagt sie. „Die Jugendlichen sollen sich wie Einheimische fühlen.“

www.wanderworld.travel

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