Einblicke in eine unbekannte Welt

Die Limburgerin Nadine Müller pendelt seit ein paar Monaten jeden Tag mit dem Zug nach Frankfurt. Die 19-Jährige macht ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Weltkulturen Museum am Sachsenhäuser Museumsufer. Das FSJ Kultur ist relativ neu und eröffnet Möglichkeiten, mal in Theater, Museen oder andere Kulturbetriebe hereinzuschnuppern.

Für Ethnologie hat Nadine sich vorher nie interessiert. Auch ist sie niemand, der zur Schulzeiten Kunst als Leistungskurs belegt hätte oder oft ins Theater und Museum geht. Doch gerade deshalb, sagt sie, hat sie das Freiwillige Soziale Jahr Kultur so gereizt. „Ich will Einblicke in eine ganz andere Welt bekommen.“

Nach dem Abi wollte Nadine Müller nicht gleich studieren. Ein FSJ, ein Freiwilliges Soziales Jahr, erschien ihr da genau richtig. „Aber ich wollte eben nicht das machen, was viele machen. Ich wollte nicht in einem Altenheim arbeiten oder in einem Kindergarten, sondern in einem Bereich, zudem ich bisher gar keinen Zugang habe“, erklärt sie.

Abenteuer Museumsarbeit

Über die Homepage der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen bewarb sie sich für das FSJ Kultur und wurde prompt zu einem Bewerbungsgespräch ins Weltkulturen Museum in Frankfurt/Main eingeladen. Der Vertrag mit der Stadt Frankfurt und dem Kulturamt für das FSJ ließ nicht lange auf sich warten. Im September 2018 begann ihr Ausflug in die bis dahin unbekannte Welt der Ethnologie.

Im Weltkulturen Museum am Sachsenhäuser Museumsufer direkt am Main arbeitet sie seither in Workshops mit, feilt mit an den Konzepten für Ausstellungen, erledigt Buchungen und Büroarbeit und aktualisiert die „Handouts“ für die verschiedenen Sammlungen des ethnologischen Museums. Nadine Müller erledigt Arbeiten, die sie zuvor noch nie gemacht hat. Besonders „cool“ findet sie die Teilnahme an Dienstbesprechungen und Planungsgespräche. „Ich werde einbezogen. Das gibt einem das Gefühl, erwachsen zu sein“, erzählt sie und lacht.

Veränderte Denkweise

Während der Schulzeit hat die 19-Jährige nie Ferienjobs gehabt oder nebenher gearbeitet. Die Stelle im Museum ist absolutes Neuland. „Es ist wirklich eine neue Welt. Ich lerne viel über Menschen, Länder und Regionen. Die Arbeit verändert die eigene Denkweise“, sagt sie. Dazu gehört auch das tägliche, bisher ungewohnte Pendeln mit dem Zug vom 80 Kilometer entfernten Limburg in die Metropole Frankfurt. Eine Stunde ist sie jeweils unterwegs. Der Tag ist lang, fängt gegen 8 Uhr morgens an und endet erst gegen 18 Uhr. Für die Fahrt kann Nadine Müller das Hessenticket nutzen, dass ihr die Stadt Frankfurt als temporärer Arbeitgeber bezahlt. Sie selbst muss nur einen Euro im Monat dazu steuern. Hinzu kommt das monatliche Taschengeld von 350 Euro als Entlohnung für ihre Freiwilligenarbeit.

Richtige Entscheidung

Obwohl sie erst ein paar Monate dabei ist, weiß sie bereits, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat mit der Wahl des FSJ Kultur. „Auch wenn ich anschließend nicht unbedingt etwas mit Kultur studieren möchte“, sagt sie, „erweitert es doch sehr den Horizont und gibt einem eine andere Perspektive auf das Leben, die Arbeitswelt.“

 

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