Das Hobby zum Beruf machen

Videospiele entwerfen, auch das lernt man unter anderem im neuen Studiengang „Expanded Realities“ an der Hochschule Darmstadt. Ob bei Games oder in der Medizin: Virtuelle und Erweiterte Realitäten sind gefragt. Bei hobit-Besuchern und Studierenden kommt das gut an.

Märchen als Videospiel

Ganz gebannt schaut Lukas auf den langen, geschwungenen Bildschirm vor ihm. Ein Wald ist dort zu sehen und eine unwirtliche Landschaft, in der eine junge Frau um ihr Leben rennt. Das Märchen Schneewittchen mal ganz anders - als Videogame und nicht immer mit Happy End. Lukas muss per Mouseclick dafür sorgen, dass Schneewittchen möglichst viele der sieben Zwerge befreien kann, die die böse Königin entführt und eingesperrt hat. Gleich hinter Lukas sitzt sein Freund Leon, er trägt eine Virtual Reality-Brille auf dem Kopf. Die VR-Brille macht Leon zur bösen Königin, die wie ein Raubvogel über dem Wald schwebt und Jagd auf Schneewittchen macht.

Messestand umlagert

Die beiden 16jährigen Schüler aus Michelstadt im Odenwaldkreis sind begeistert. Videospiele spielen sie auch zuhause, der Studiengang „Expanded Realities“ ist einer ihrer Favoriten auf der hobit. „Das Studium würde gut zu meinem Hobby passen“, sagt Lukas.

Den englischsprachigen Bachelor-Studiengang bietet die Hochschule Darmstadt (h_da) seit einem Jahr an. Gut 20 Studierende haben sich mittlerweile für „Expanded Realities“ entschieden. Der Messestand auf der hobit ist beliebt. Meist bildet sich eine Traube von Schülerinnen und Schülern um den Bildschirm.

Extra zum Studium nach Darmstadt

Für Zahra Joharimajd ist „Expanded Realities“ die Zukunft. Die junge Iranerin ist extra dafür zum Studium nach Darmstadt gekommen. Die 27-Jährige hat in Teheran und später in Marburg Bildende Kunst studiert, doch irgendwann erschien ihr das Fach nicht mehr zeitgemäß, zu klassisch. „Ich wollte Design und moderne Technologien kombinieren“, sagt sie. Nach einem Studienfach wie diesem hat sie lange gesucht. „Das gab es nur in Darmstadt“, sagt sie. Im ersten Semester waren sie nur sieben Studierende – darunter sie und ihr iranischer Mann. „Das Studium macht total Spaß“, erzählt Zahra Joharimajd.

Große Vielfalt

„Expanded Realities“ – Erweiterte Realitäten - sind in der Gameszene, in der Kunst, Medizin, in den Medien, der Schule oder auch Industrie und Wissenschaft gefragt. Studierende entwickeln neue Welten und Anwendungen. Vor allem die Vielfalt fasziniert die junge Designerin. Das Videospiel ist nur ein Aspekt, ein Bereich von vielen. Es war ein Semesterprojekt, das in Gruppenarbeit entstanden ist. Jesco Stoldt, ebenfalls Student im 2. Semester, ist einer der Hauptentwickler. „Wichtig sind dafür jedoch nicht nur Kenntnisse in Informatik oder Zeichenkunst“, sagt Zahra. Ein bisschen Psychologie oder auch Kenntnisse in Neurologie gehören auch dazu. Gerade das macht für sie den Reiz aus.

Mehr Infos zu „Expanded Realities“ unter https://er.mediencampus.h-da.de/ 

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  • h_da
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Unterstützt von der Stadt Darmstadt, dem Kreis Darmstadt-Dieburg und dem Kreis Groß-Gerau.