„Der beste Zufall in meinem Leben“

Beim neuen hobit-Veranstaltungsformat „…und du so? darf das Publikum über ein App-Voting die Themen mitbestimmen.

Eigentlich wollte Rita Bruchner Kommunikationsdesign studieren. Doch sie schaffte die Aufnahmeprüfung für diesen Studiengang an der Hochschule Darmstadt nicht. Sie musste sich umorientieren, war zunächst ratlos. Hilfe suchte sie bei der hobit. „Ich wusste nur, ich wollte etwas kreatives studieren“, erzählt die junge Frau mit den langen schwarzen Haaren. Schon fast auf dem Heimweg kam sie am Messestand des Fachbereiches Architektur vorbei. „Da habe ich dann einfach gefragt. Der beste Zufall meines Lebens“, sagt sie im Rückblick. Heute studiert sie an der Hochschule Darmstadt Architektur: „Und das ist 100prozentig das, was ich machen will.“

Tipps aus dem Studien- und Berufsalltag

Rita Bruchner ist eine der jungen Studierenden, die im Saal Ferrum auf der Bühne stehen und von ihren Erfahrungen berichtet. Genauso wie Peter Bauer, der ein Duales Studium an der h_da und bei dem Unternehmen Schenck absolviert, Lea Kablitz, die sich an der TU Darmstadt für Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben hat oder die Azubi Ann-Kathrin Keller, die Biologielaborantin bei Merck lernt. Das neue Format „…und du so?“ der hobit-Veranstalter bringt alle zusammen: An einem Tag berichten Studierende und Auszubildende, was sie in Studium und Beruf erleben. An einem anderen Tag geben Expertinnen der Agentur für Arbeit und des Unternehmerverbands in Südhessen sowie Studienberaterinnen der TU und der Hochschule Darmstadt Tipps und Ratschläge. Moderiert werden beide Veranstaltungsrunden von Pia Helferich, Kommunikationsprofessorin an der Hochschule Darmstadt. Sie hat eine App im Gepäck, mit der die Schülerinnen und Schüler mitbestimmen dürfen, welche Fragen und Themen behandelt werden. Sie geben ihre Stimme, ihr Voting, einfach per Smartphone ab.

Eine Frage der Disziplin und Vorliebe

Und so stehen beim Zusammentreffen mit den Studierenden und der Azubi Fragen im Vordergrund, was man vorab bei der Studien- oder Berufswahl beachten sollte, wie arbeitsintensiv ein Studium ist oder ob noch Zeit für Hobbies bleibt. Rita Bruchner etwa lernt und arbeitet sieben Tage die Woche, sie mag den hohen Praxisbezug, die Betreuung in kleineren Gruppen und die familiäre Atmosphäre an der Hochschule Darmstadt (h_da). Universitäts-Kommilitonin Lea Kablitz bevorzugt, wenn der Theorieanteil im Studium größer ist. Sie kommt an der TU in Mathematik gut mit, ist diszipliniert und organisiert und hat daher auch Zeit für Sport- und Theatergruppe. Relativ entspannt schildert Azubi Ann-Kathrin Keller ihren 7,5-Stunden-Tag. Sie hat Gleitzeit und ist, wenn sie früh beginnt, auch wieder früh am Nachmittag zuhause. Peter Bauer arbeitet dagegen drei Monate bei Schenck und studiert drei Monate an der h_da. Semesterferien Fehlanzeige, dafür verdient er aber bereits Gehalt und lernt das Unternehmen kennen. Azubi Ann-Kathrin hat sich bewusst für die Praxis entschieden: „Studieren kann ich später noch“, sagt sie.

Speed-Dating

Besonderheiten, Unterschiede, Ratschläge oder Erfahrungen fragt Moderatorin Pia Helferich im Speed-Dating-Stil ab. Bei beiden Veranstaltungen antworten Expertinnen und Jugendliche kurz und knapp nur eine Minute lang. Damit bleibt genug Raum für das Fragen-Voting des Publikums. Fabienne Bardonner vom Unternehmerverband in Südhessen verrät etwa, was beim Dualen Studium beachtet werden muss und Cordula Graalfs von der Agentur für Arbeit wirbt für die ergebnisoffenen Berufsberatung. Studienberaterin Katharina Dötzer hebt die Verzahnung von Praxis, Anwendung und Theorie an der Hochschule Darmstadt hervor, während ihre TU-Kollegin Silvia Faßbender betont, dass Studierende an der Universität  neugierig sein sollten "Dinge zu hinterfragen und ein breites, solides Schulwissen“ mitbringen sollten.

Alle wollen ins Ausland

Welche Möglichkeiten für Aufenthalte im Ausland bestehen, das ist die Frage, die beim Voting der Expertinnen-Runde bei den Schülerinnen und Schülern ganz oben steht. An Hochschule und Universität, so die Antwort, wird viel Wert auf Auslandssemester gelegt. Es gibt Partnerhochschulen, spezielle Auslandsprogramme und die Möglichkeit, einen doppelten Abschluss in Darmstadt und beispielsweise in China oder Frankreich zu machen. „Auch Unternehmen sehen es gerne, wenn Azubis eine Zeit im Ausland verbringen“, betont  Berufsberaterin Graalfs.

Traut Euch

Traut Euch, probiert es aus, sammelt Erfahrung - so lautet der Rat, den alle Beteiligten der zwei Veranstaltungsrunden den Schülern geben. Peter Bauer betont: „Macht, was euch Spaß macht. Man sollte für seinen Beruf brennen.“

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Die Hochschul- und Berufsinformationstage sind eine Veranstaltung von:

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Evangelische Hochschule Darmstadt
  • h_da
  • Technische Universität Darmstadt
  • Vereinigung der Hessischen Unternehmensverbände