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Dem Klimawandel auf der Spur

Patrick Stegmann hat an der TU Darmstadt Maschinenbau studiert. Heute arbeitet er in Washington D. C. am „Joint Center for Satellite Data Assimilation“. Seine Arbeit hilft, Satellitendaten für Erdbeobachtung und Klimaforschung besser auszuwerten.

Studium im Ausland

 „Wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich mal in den USA, nur knapp 20 Kilometer vom Weißen Haus entfernt, arbeiten würde, hätte ich das vermutlich nicht geglaubt“, sagt Patrick Stegmann und manchmal wundert er sich immer noch darüber. Eigentlich begann die Laufbahn des heute 34-Jährigen an der TU Darmstadt fast klassisch. Er studierte Maschinenbau, interessierte sich vor allem für Luftfahrttechnik. Ein Austausch-Semester verbrachte er deshalb an der größten europäischen Hochschule für zivile Luftfahrt, der École Nationale de l’Aviation Civile in Toulouse. Im Master-Studium kam ein Praktikum bei Rolls Royce in Berlin in der Entwicklungsabteilung für Hochdruckturbinen hinzu. Studieren im Ausland reizte Patrick Stegmann. Viele Urlaube hatte er in Frankreich verbracht, an der Uni belegte er einen Sprachkurs in Französisch. Später wurde Französisch sogar sein Nebenfach und seine Masterarbeit schrieb er an der Universität in Rouen.

Anfang lag Stegmanns Schwerpunkt bei der Strömungslehre und Aerodynamik, später wechselte er jedoch zur Optik. Seine Doktorarbeit schrieb er 2015 über die Lichtstreuung an Eiskristallen. An der TU Darmstadt arbeitet er zu dieser Zeit an einem europäischen Projekt mit, das unter anderem die Vereisung von Tragflächen untersuchte. Bei einer Konferenz in Leipzig lernte Patrick Stegmann Prof. Ping Yang kennen, einen der weltweit führenden Wissenschaftler für Strahlungstransport in der Atmosphäre. Der bot ihm eine Postdoc-Stelle an der Texas A&M University an. Stegmann war begeistert, „aber eigentlich rechnete ich nicht damit, dass das klappt“. Oft scheitert es an der Finanzierung. Als der Professor ihm tatsächlich mailte, dass er kommen könne, griff er zu.

In Texas traf er auf gute Arbeitsbedingungen und ein Leben außerhalb des Uni-Campus, das viele Klischees bestätigte. „Rancher, die mit Cowboy-Hut herumlaufen, gibt es tatsächlich“, lacht er. Die Uni hat eine vormals militärische Tradition. Studierende in Uniform gehören zum Alltag. „Das war anfangs gewöhnungsbedürftig“, sagt er. Sein Forschungsteam war jedoch international, darunter viele Chinesen. Für Stegmann kein Problem: Er spricht auch Chinesisch.

Beobachtung des Treibhauseffektes

Die Berechnung der Strahlungseigenschaften von Eiskristallen und Aerosolen ist wichtig für die Auswertung von Satellitendaten, für eine genauere Wettervorhersage, Erd- und auch Klimabeobachtung. 2017 nahm Stegmann an einem Projekt der NOAA, der Wetter- und Ozeanografie Behörde der Vereinigten Staaten teil. Ein Zusammentreffen, das ihm einen neuen Job bescherte. 2018 wechselte er von Texas ans „Joint Center of Satellite Data Assimilation“ am NOAA-Zentrum für Wetter- und Klimavorhersage in Maryland.

Seine Arbeit hier konzentriert sich auf den Strahlungstransport, was vor allem in der Astrophysik eine Rolle spielt, aber eben auch bei der Beobachtung des Treibhauseffektes der Erdatmosphäre. „Meine Forschung hilft, sich ein genaueres Bild davon zu machen, wie sich die Umwelt aktuell entwickelt“, erklärt er. Erst im Dezember war er der Organisator einer Veranstaltung zum Thema Strahlungstransport durch Wolken und Niederschlag auf dem Herbsttreffen der „American Geophysical Union“ im kalifornischen San Francisco. Das Treffen der AGU ist die weltweit größte Konferenz im Bereich der Erd- und Weltraumwissenschaften mit mehreren tausend Teilnehmern.  

Patrick Stegmann gefällt das Leben in den USA. „Es ist eine sehr wertvolle Erfahrung.“  2019 war der junge Forscher übrigens mal wieder auf Besuch in Darmstadt – bei Eumetsat, der europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten. Auch hier drehte sich alles um Wetter- und Klimadaten. Es war jedoch nur eine Stippvisite für den ehemaligen TU-Studenten.

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