Efeu und Farne für das Klassenzimmer

Fünf Dual-Studierende der Firma Connectivity Germany GmbH (TE) entwickelten in Eigenregie ein nachhaltiges Projekt für die Liebfrauenschule in Bensheim. Für die 10. Jahrgangsstufe bauten sie eine mobile Pflanzenwand, die das Raumklima verbessern soll.

Komplexe Studienaufgabe

Nico Maier und Natalie Brauneis mussten gleich ins kalte Wasser springen. Die beiden haben erst im Oktober 2019 ihr Duales Studium bei dem internationalen Unternehmen „TE Connectivity Germany GmbH (TE)“ in Bensheim an der Bergstraße begonnen und sogleich wartete ein eigenes Praxisprojekt auf sie. Zusammen mit drei weiteren Kommilitonen, die ebenfalls das Unternehmen in Südhessen als ihren Studienpartner gewählt haben, mussten die Studierenden innerhalb von knapp zwei Monaten eine komplexe Studienaufgabe lösen. Sie sollten eine mobile, intelligente Pflanzenwand für ein Klassenzimmer der Liebfrauenschule in Bensheim entwerfen und auch umsetzen.

Exakte Vorgaben

Schon gleich zum Studienstart waren also Ideen, Teamwork, Kommunikationsfähigkeit und Zuverlässigkeit gefragt. Und das unter exakten Vorgaben: „Die Wand musste mobil und stabil sein, durfte nicht mehr als 500 Euro kosten, wir mussten die Wünsche der Kunden, also der Schule, berücksichtigen, zum Teil Produkte aus dem Sortiment unseres Unternehmens verwenden und auch noch unter Zeitdruck innerhalb weniger Wochen fertig werden“, berichtet der 20 Jahre alte Nico Maier, der sich für den Dualen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen entschieden hat.

Die Idee der mobilen Pflanzenwand gefiel den Studierenden wie Schülerinnen der 10. Jahrgangsstufe gleichermaßen. „Wir wollten der Klasse etwas Gutes tun und konnten umsetzen, was wir uns selbst als Schüler*innen für unsere eigene Schule gewünscht hätten“, erzählt Natalie Brauneis. Die 19-Jährige studiert bei TE und an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim Project Engineering – eine Mischung aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Projektmanagement.

TE Connectivity ist ein weltweit führender Anbieter von Industrietechnologien im Wert von 13 Milliarden US-Dollar und will mit seinen Produkten eine sicherere, nachhaltige, produktive und vernetzte Zukunft ermöglichen. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Verbindungs- und Sensorlösungen. Die Technologien haben sich laut einer Firmensprecherin von TE „in den anspruchsvollsten Umgebungen bewährt und ermöglichen Fortschritte in den Bereichen Verkehr, industrielle Anwendungen, Medizintechnik, Energie, Datenkommunikation und für das Zuhause“.  „Das Unternehmen hat fast 80 000 Mitarbeiter und Kunden in rund 150 Ländern“, berichtet Nico Maier. Gerade die Internationalität gefällt den beiden Studierenden gut.

Hilfe aus allen Abteilungen

Gemeinsam machten sich die fünf Kommilitonen ans Werk. Wie stabil muss so eine Wand sein? Wie viel darf die Erde für eine solche Pflanzenwand wiegen? Wie groß muss der Wassertank sein und wie die Sensoren funktionieren? Viele Fragen auf einmal. „Wir hatten ja alle so etwas vorher noch nie gebaut“, berichten Nico und Natali. Sie entwickelten und druckten zunächst ein 3-D-Modell, holten sich Unterstützung und Rat von Beschäftigten ihres Unternehmens. „Auf diese Weise haben wir auch gleich viele Abteilungen bei TE kennengelernt“, freut sich die 19-Jährige. Bei einer Gärtnerei ließen sich die Studierenden für die Pflanzenauswahl beraten.

Herausgekommen ist eine 1,80 Meter mal 1,10 Meter große Wand auf Rollen, an der Farne, Bubikopf, Efeu, Philodendron oder auch Dreimasterblumen sprießen. Die Pflanzen sitzen in einer Schicht Steinwolle und werden über einen Tropfschlauch bewässert. Ein Wassertank ist in der mobilen Wand integriert. Ein wasserdicht verpackter Mikrocomputer - so groß wie ein Handy – steuert die autonome Wasserversorgung der Pflanzen, misst die Feuchtigkeit, zeigt die Temperatur an und die CO2 –Werte. „Die Programmierung des Computers war die größte Herausforderung“, findet Natalie.

Bessere Luft und Atmosphäre

Die Pflanzenwand ist pflegeleicht. Der Wassertank muss nur alle drei Monate aufgefüllt würden, berichten die Studienenden. „Sonst macht die Wand wenig Arbeit.“ Doch sie sorgt für ein besseres Raumklima, verschönert das Klassenzimmer und die Blätter filtern Schadstoffe aus der Luft. Bei den Schülerinnen der Liebfrauenschule kommt das nachhaltige grüne Projekt gut an und auch die Studierenden sind begeistert „Das Projekt war spannend und hat viel Spaß gemacht“, sagen Nico Maier und Natalie Brauneis. Ein guter Praxisstart ins Studium, bei dem die fünf Studierenden auch gleich schon ein wenig Berufserfahrung sammeln konnten. 

Die Hochschul- und Berufsinformationstage sind eine Veranstaltung von:

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Evangelische Hochschule Darmstadt
  • h_da
  • Technische Universität Darmstadt
  • Vereinigung der Hessischen Unternehmensverbände

Unterstützt von der Stadt Darmstadt, dem Kreis Darmstadt-Dieburg und dem Kreis Groß-Gerau.