Hilfe aus der Luft

Gemeinsam haben sie an einer innovativen Drohnentechnik getüftelt. Heute dient ihre Erfindung der Klimaforschung und humanitären Krisenhilfe für UNICEF. Drei Absolventen der TU und der Hochschule Darmstadt sind mit ihrer Firma „Wingcopter“ mittlerweile auch international erfolgreich.

Klein in der Werkstatt angefangen

Es ist eine Mischung aus Flugzeug und Hubschrauber, ein wendiger Flitzer, der auch optisch was hermacht. Auf Startup-Messen der TU Darmstadt war der futuristische Flieger oftmals ein Mittelpunkt, umringt von neugierigen Studierenden und Besuchern. Mittlerweile ist der „Wingcopter“ jedoch auch außerhalb der TU und der Hochschule Darmstadt ein Star. Klein haben der luftfahrtbegeisterte TU-Maschinenbau-Student Jonathan Hesselbarth, der Wirtschaftsingenieur Ansgar Kadura und der h_da- Kommilitone Tom Plümmer damals in der Segelflug-Werkstatt der Uni angefangen. Heute ist aus ihrer Erfindung ein schnell wachsendes Unternehmen geworden. Klingt fast nach den Software-Pionieren aus dem Silicon Valley, die in Garagen an ihren ersten Computern bastelten.

Was ganz anderes eigentlich studiert

Tom Plümmer ist heute der CEO des Drohnenherstellers „Wingcopter“. Dabei wollte er  eigentlich mal Filmemacher werden. Seinen Bachelor hat er in Film- und Mediendesign an der Hochschule Darmstadt gemacht und ein Masterstudium in „Leadership in the Creative Industries“ begonnen. „Doch dann kam Wingcopter dazwischen“, lacht er.

Einsatz für den Klimaschutz

Das ehemalige Studenten-Team ist überaus erfolgreich: Ein Energiekonzern in Dubai kaufte den Wingcopter zur Inspektion von Stromtrassen. Die Zoologische Gesellschaft in London hat die Darmstädter Drohne für das Vermessen des Regenwaldes in Indonesien und zum Schutz der Tiere vor Wilderern eingesetzt. Das deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam will das Fluggerät in Kombination mit speziellen Sensoren zur Klimaforschung nutzen und im Norden Kanadas die Konzentration von Treibhausgasen messen, die freiwerden, wenn der Permafrostboden taut.

Wingcopter ist eine Hybrid-Drohne, die auf kleinstem Raum manövrieren, bis zu 100 Kilometer weit und über 240 Kilometer in der Stunde schnell fliegen kann. Sie kann starten wie ein Helicopter, taugt für den Transport von Waren ebenso wie für Rettungseinsätze, Vermessungs- oder Inspektionsflüge. Doch Plümmers Herz schlägt vor allem für den humanitären Einsatz der Drohne. Nach dem Abitur machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr im westafrikanischen Ghana, wo er an einer Schule mit Kindern an Filmprojekten zum Thema Umweltschutz arbeitet. Nach Ghana kehrte er für ein Auslandssemester während seines Studiums zurück. „Afrika hat mich geprägt. Ich habe die Lebensfreude der Kinder kennengelernt, aber auch gesehen, was finanzielle Armut und Leid bedeuten“, sagt er.

Humanitäre Möglichkeiten

Mit der Drohnentechnologie wollen er und seine Freunde „Gutes bewirken“. So haben sie etwa zusammen mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Logistikunternehmen DHL im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums sechs Monate lang erfolgreich die Lieferung von Medikamenten auf eine Insel im afrikanischen Viktoriasee erprobt. Damit, so der ehemalige h_da-Absolvent Plümmer, eröffnen sich neue Möglichkeiten der Notfallversorgung in Ländern mit mangelhafter medizinischer und schlechter Infrastruktur. Auch die Ausbreitung tödlicher Viruserkrankungen, wie etwa Ebola, ließe sich damit vielleicht frühzeitig bekämpfen. Auch die internationale Hilfsorganisation UNICEF hat Wingcopter erstmals per Vertrag zur Lieferung von Impfstoffe für die Inselkette Vanuatu im Pazifik beauftragt und von der amerikanischen Hilfsorganisation USAID sind die Darmstädter für Projekte in verschiedenen Ländern ebenfalls ausgewählt worden.

Dass er einmal als erfolgreicher Gründer in der Drohnentechnologie landen würde, hätte Tom Plümmer zu Beginn des Studiums nicht gedacht, „obwohl ich immer abenteuerlustig war. Doch für mich war das Studium nie eine Einbahnstraße mit einem bestimmten Ziel.“

 

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