„Nach vorne denken“

Schüler streiken für den Klimaschutz. Hochschulen müssen reagieren, um Studierende für ökologische, gesellschaftliche Veränderungen zu rüsten, fordert Martin Führ, Professor für Umwelt- und Technikrecht der Hochschule Darmstadt.

Wir stehen in der Verantwortung

Europaweit gehen junge Menschen der „Fridays for Future - Bewegung“ für mehr Klimaschutz auf die Straße. „Die Schüler wollen das Gefühl haben, einen Beitrag zu leisten“, sagt Martin Führ. Der Professor für Umwelt- und Technikrecht der Hochschule Darmstadt (h_da) versteht das gut. Viele Jahre hat er für das Öko-Institut Darmstadt gearbeitet, sich als Student selbst für Umweltpolitik engagiert und früh im AStA Rechtsberatung angeboten. Angesichts der aktuellen Klimadebatte sieht der Jurist die Hochschulen in der Pflicht. „Auch wir stehen in der Verantwortung, den Planeten nicht zu ruinieren.“

Reformen statt abrufbares Wissen

Er fordert daher neue Wege in Studienstruktur und Didaktik. „Wir sollten unsere Studierenden fachlich und methodisch für die nötigen Veränderungen in der Wirtschaft und Politik ausbilden“, findet der Professor. Potenzial für Reformen vermitteln statt abrufbarem Wissen. „Lehre muss motivierend sein, nach vorne denken. Viele Studieninhalte sind heute noch zu stark von der Vergangenheit geprägt“, betont Führ, der beim VW-Abgasskandal als juristischer Sachverständiger für den Bundestag tätig war. Er will Studierende auf eine aktive Rolle in der Gesellschaft vorbereiten. „Wir bilden potenzielle Führungskräfte von morgen aus.“

Praxisorientierte Projekte

Wie eine veränderte Lehre aussehen könnte, das zeigen praxisorientierte Projekte, die Führ  begleitet. Schon seit vielen Jahren müssen etwa Studierende der ingenieur- und naturwissenschaftlichen sowie gestalterischen Studiengänge vom ersten Semester an kontinuierlich über den Tellerrand schauen und auch Fächer aus den Sozial- und Kulturwissenschaften belegen. Im „Darmstädter Modell“ sind das Kurse, die frei wählbar, aber Pflicht sind. Das kann die Vorlesung in Soziologie, Psychologie, ein Philosophiekurs über Technikfolgen-Abschätzung oder eben das juristische Seminar über Umwelt- und Technikrecht sein. Die verordnete Interdisziplinarität kommt gut an. „Viele machen mehr als sie müssen, weil sie auf den Geschmack kommen.“ Der Professor ist sicher, dass es gerade diese begleitenden Fächer sind, die später neben dem Fachwissen die Karriere befördern. Vor allem dann, wenn es darum geht, Veränderungen in Angriff zu nehmen, die einen Kurswechsel in Richtung „Nachhaltige Entwicklung“ einleiten.

 

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