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„Es ist ein total erfüllender Job.“ Aryen Göktepe ist Notfallsanitäterin im dritten Ausbildungsjahr beim DRK in Hanau. Tipps zum Angebot auf der hobit findet ihr unten im Artikel.

 

Gemeinsam helfen

Aryen mag vor allem die Teamarbeit, das „Zusammengreifen von Zahnrädern“ zur Hilfe anderer. Denn so unterschiedlich schwer die Fälle, Hilfe brauchen alle. Aryen Göktepe ist im dritten Jahr ihrer Ausbildung zur Notfallsanitäterin, im Oktober steht das Examen an. Davor macht sie Abitur, ein bisschen Ausland und ein FSJ in der Pflege. Doch das ist nicht das Richtige, Aryen wechselt in den Rettungsdienst. Eine gute Entscheidung, der Beruf erfüllt sie.

Die Anforderungen sind vielfältig, nicht immer sind es kritische Notfälle mit hektischer Blaulichtfahrt ins Krankenhaus. Viel häufiger geht es um kleinere Sachen, die aber dennoch eine Versorgung im Krankenhaus brauchen. Mit dem Hammer auf den Finger, sowas. Tut auch weh, eine Ärztin sollte draufsehen, rechtfertig aber kein Blaulicht. „Dafür muss ich nicht andere Verkehrsteilnehmer der Gefährdung aussetzen“, sagt Aryen. 

Manchmal kommt Aryen in Situationen, in denen psychologische statt medizinischer Zuwendung gefragt ist, den Menschen geht es dann meist schon durch Reden, Zuhören und Zusprache besser. Auch das liegt Aryen, denn auch hier geht es darum, Menschen zu helfen.

100%

Egal welcher Fall, „Jeder hat es verdient, dass ich immer 100% gebe“, sagt Aryen. Auch wenn das nicht nur leichtfällt. Ihr persönliches Befinden ordnet Aryen ihrem Beruf unter, sie muss funktionieren. Bei einem Einsatz darf es nicht darauf ankommen, ob Aryen ihre Nudeln noch essen konnte, ob sie genug Schlaf hatte, wie sympathisch ein Patient ist. 

Hart sind die seltenen schlimmen Situationen, schwere Unfälle, eine sterbende Patientin. Der Umgang damit ist individuell: Aryen hilft das Reden ihren Kollegen und Kolleginnen, mit Menschen, die diese Erfahrungen teilen. Es sei wichtig zu akzeptieren, dass man eine Weile an einer solchen Erfahrung trage. „Wenn wir abstumpfen, machen wir unseren Job nicht richtig“, sagt Aryen. Hilfe bieten zudem ein Notfalltelefon und psychologische Beratungsstellen. Am wichtigsten ist Aryen aber die „Community auf der Wache“, die ihr bei der Verarbeitung solcher Erlebnisse hilft.

Ein Arbeitstag

Der Tagdienst beginnt 7 Uhr, um 6.45 ist Aryen auf der Wache. Zuerst wird das Auto gecheckt. Jede Schicht trägt die Verantwortung dafür, dass alles für die Versorgung der Patienten parat ist. Dann beginnt das Warten darauf, dass der Melder geht. Manche Tage sind ruhig, an anderen rücken sie häufig aus. Überbrückt wird die Wartezeit mit wechselnden Aufgaben auf der Wache: Montags werden Trage und Tragestuhl gewischt. Ansonsten lernen, frühstücken, quatschen. Gerade die Konzentration aufs Lernen ist Aryen am Anfang schwergefallen, jederzeit kann ein Einsatz kommen. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt. Kochen dagegen ist schwieriger, manches bleibt halbgar stehen. Hat sie Nachtdienst, darf Aryen nur ruhen, nicht schlafen. Sie muss in ständiger Alarmbereitschaft sein, der Melder könnte gehen. Trotzdem gibt es Räume mit Betten für die Ruhepausen.

Kommt ein Einsatz rückt Aryens Team aus. Die Leitstelle funkt Informationen und Anweisungen. Am Einsatzort angekommen muss sie Entscheidungen treffen: Warum ist die Patientin in dieser Lage, welche Gründe für den Zustand gibt es, welche Faktoren sprechen wofür, was sind die in dem Moment richtigen Maßnahmen? Dabei geht es darum, symptomorientiert zu handeln, erste Maßnahmen einzuleiten und die Patientin transportfähig zu machen. Die weitere Diagnose und Therapie sind Aufgabe der Ärzte. Dabei hat Aryen einen begrenzten Behandlungsspielraum, übersteigt ein Fall ihre Befugnisse, übernimmt eine Notärztin die Verantwortung.

Was brauchts?

Belastbarkeit, psychisch und körperlich, ist wohl wichtigste Voraussetzung für den Beruf. Tragen, heben, schwere Leute, Stress: Das alles gehört dazu. Auch die Kommunikation im Team und mit den Patienten ist wichtig, gepaart mit einer ordentlichen Durchsetzungsfähigkeit. „Man muss zu der eigenen Meinung, den Maßnahmen und Entscheidungen stehen.“ Und Teamfähigkeit zählt, für Platzhirsche und Einzelstürmerinnen ist einem Zweipersonenteam kein Platz. „Medizinisches Interesse wäre auch nicht schlecht“, fügt Aryen grinsend hinzu.

Die Ausbildung

Aryens Ausbildung zur Notfallsanitäterin teilt sich in die Bereiche Schule, Rettungsdienst und Krankenhaus. Bereits im ersten Lehrjahr fährt sie im Rettungsdienst mit, zusammen mit einem Zweierteam aus Rettungs- und Notfallsanitäter. Dort erledigt sie kleine Aufgaben wie Blutdruckmessen, bleibt ansonsten auf dem Beobachtungsposten. Im zweiten Lehrjahr rückt sie in die erste Reihe, übernimmt die zweite Position im Fahrzeug, die der Rettungssanitäterin. Sie fährt und assistiert der Notfallsanitäterin. Funken, Krankenhausanmeldungen, Hubschrauber anfordern: Das alles muss gelernt werden. Im dritten Lehrjahr wechselt Aryen auf die Position der Notfallsanitäterin, führt die Einsätze. Die Notfallsanitäterin ist weiterhin dabei, assistiert aber nun. So kann Aryen weiterhin auf deren Expertise zurückgreifen aber auch lernen, alleine die Verantwortung zu tragen.

Viele nutzen die Ausbildung als Vorbereitung für ein Medizinstudium, denn man erlernt erste Grundlagen und kann überprüfen, ob ein medizinischer Beruf das Richtige ist. Auch wird die Ausbildung im Studium als Pflichtkurs angerechnet, kann also gut zur Überbrückung der Wartesemester genutzt werden. Aryen hat sich gegen ein Medizinstudium entschieden. 

Die Qualifikation als Rettungssanitäter oder Rettungssanitäterin ist einfacher und je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. In der Regel umfasst die Ausbildung 520 Stunden, gegliedert in vier Teilbereich.  

Der Beruf

Die Konditionen im Rettungsdienst ändern sich zum Guten, findet Aryen. Dank guter Gewerkschaftsarbeit wird sie nach Tarifvertrag bezahlt, besser als vorher. Mit der Ausbildungsreform 2014 stieg die Ausbildungsdauer auf drei Jahre an, damit wuchsen auch die Kompetenzen der Sanitäter und Sanitäterinnen. Sie dürfen heute mehr, tragen mehr Verantwortung. Hier ist aber noch Luft, meint Aryen. Denn ein erweiterter Handlungsraum würde Kosten für Notarzteinsätze senken und den Beruf für Auszubildende attraktiver machen. Sie selbst würde sich jederzeit wieder für den Beruf entscheiden.

Auf der hobit

Auf der hobit informieren zum Beispiel der ASB Hessen (Atrium, Stand A11) oder die Johanniter Unfallhilfe (Ebene 2, Stand 325) über Ausbildungsmöglichkeiten als Notfallsanitäterin oder als Rettungssanitäter. Alle Angebote findet ihr hier.


 

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